Auftrag

Ausgangslage

Nationale Leitlinien für Bewegung und lokale Projekte in der Schweiz
(von Dr. med. Brian Martin, MPH)
Seit dem entsprechenden Konzept des Bundesrates aus dem Jahr 2000 ist die kontinuierlich Erhöhung des Anteils der bewegungsaktiven Bevölkerung das erste Ziel der Schweizer Sportpolitik. Auch das nationale Programm Bewegung und Ernährung hat als eines seiner Hauptziele, Bewegung und Sport zu fördern. Die an der Gesundheitsförderung durch Bewegung und Sport interessierten Organisationen arbeiten seit 1999 im nationalen Netzwerk Gesundheit und Bewegung (hepa.ch) zusammen. Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung für Erwachsene bestehen seit dem gleichen Jahr, für Kinder und Jugendliche seit 2006. Die wichtigste und grösste Massnahme zur Bewegungs- und Sportförderung gibt es aber schon erheblich länger: Das nationale Programm Jugend+Sport ist seit 1972 aufgebaut worden und erreicht inzwischen mit seinem primär auf Breitensport ausgerichteten Angebot jedes Jahr 550'000 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren. Neu wird J+S auch für 5-10-Jährige angeboten. Auch wenn J+S Kids wie vorgesehen national ausgeweitet werden kann, ist es absehbar, dass weitere Ansätze nötig sein werden, um das Problem des Bewegungsmangels und des Übergewichts zu lösen. Deswegen soll der Austausch zwischen bestehenden Projekten weiter gefördert werden, auf nationaler Ebene über die Plattform COMPI (www.children-on-the-move.ch), auf internationaler über das Netzwerk HEPA Europe.

Arbeit auf mehreren Ebenen
Bewegungsförderung braucht die Einbindung nationaler, kantonaler und lokaler Organisationen. Die Aufgabe der nationalen Institutionen ist es, die Übersicht über Strategien und Massnahmen sicher zu stellen und Handlungsbedarf zu identifizieren. Ferner müssen Erfahrungen und Grundlagen breit zugänglich gemacht und der nationale und internationale Austausch gepflegt werden. Das Engagement kantonaler Stellen und lokaler Akteure ist entscheidend für die breite Umsetzung von Bewegungsförderungsmassnahmen, besonders wenn andere Fachbereiche eingebunden werden sollen.

Wissen sammeln und daraus lernen
Massnahmen zur Bewegungsförderung sollen grundsätzlich evaluiert werden. So können sie verbessert werden und die Erkenntnisse können in die Entwicklung anderer Programme einfliessen. Wegen des teilweise unverhältnismässigen Aufwandes kann jedoch nicht jede einzelne Massnahme umfassend untersucht werden. Besonders wichtig ist die Evaluation von grossen und modellhaften Projekten. So konnte zum Beispiel in der Tabakprävention, einem Gebiet mit längerer Tradition, über Jahrzehnte ein grosser Fundus an Erfahrungen aufgebaut werden. Um zukünftig mehr Grundlagen zur Verfügung zu haben, ist es deshalb unabdingbar, Erfahrungen mit Projekten und Strategien zu sammeln und zu dokumentieren. Und das gesammelte Wissen muss möglichst breit zugänglich gemacht werden. Nur so kann es in die Entwicklung neuer Massnahmen einbezogen werden und zum Fortschritt in der Bewegungs- und Sportförderung beitragen.


Auftrag
COMPI (Children on the Move: A Project Inventory) soll Erfahrungen mit Projekten zusammentragen (Project Inventory) und dokumentieren. Das gesammelte Wissen soll möglichst breit zugänglich gemacht werden. Der Austausch zwischen bestehenden Projekten soll gefördert werden und den Akteuren sollen Hilfen zur Beurteilung und Evaluation sowie zur Entwicklung und Weiterentwicklung der Projekte zur Verfügung gestellt werden. COMPI soll selber evaluiert werden.


Handlungsgrundlagen